* 1966 | Germany
Bereich: Informatics
Diplom Betriebswirtschaftslehre und Physik | Post Graduate Studies Informatik
Meine Arbeit:
Präsidentin der Gesellschaft für Informatik (GI) e. V. • Head of SAP Women In Tech
Kurze Tätigkeitsbeschreibung:
Als Präsidentin der Gesellschaft für Informatik leitet Christine Regitz die Geschicke der größten Informatik-Fachgesellschaft im deutschsprachigen Raum. Als Head of Women In Tech bei SAP ist sie verantwortlich für die globale Initiative des größten Europäischen IT-Unternehmens, die Frauen in der Tech-Branche vernetzt, fördert und sichtbarer macht.
Ich wünsche mir, dass es irgendwann nichts mehr Besonderes ist, eine Frau in MINT zu sein – dass es gar nicht mehr erwähnenswert ist, weil es so normal ist, als Frau in einem technischen Beruf zu arbeiten und in diversen Teams komplexe Lösungen umzusetzen.
Um diese Vision zu erreichen, müssen wir sicherstellen, dass Kinder deutschlandweit den gleichen Zugang zu MINT-Themen haben – unabhängig von Geschlecht, Wohnort, Alter und Elternhaus.
Ich bin mir ganz sicher: Ohne Mädchen und Frauen sind die Herausforderungen, vor denen der deutsche IT-Sektor aktuell steht, nicht mehr zu meistern. Längst ist belegt, dass diverse Teams bessere Ergebnisse erzielen und effizienter wie auch kreativer arbeiten. Zudem werden die zu bewältigenden Probleme unserer Zeit immer komplexer: Um sie ganzheitlich angehen zu können, braucht es viele kreative Köpfe mit unterschiedlichen Blickwinkeln. Vom Fachkräftemangel ganz abgesehen.
Um diese Vision zu erreichen, müssen wir sicherstellen, dass Kinder deutschlandweit den gleichen Zugang zu MINT-Themen haben – unabhängig von Geschlecht, Wohnort, Alter und Elternhaus. Insbesondere informatische Fähigkeiten sind unerlässlich, um in einer zunehmend digital vernetzten Welt selbstbestimmt und mündig handeln und diese mitgestalten zu können. Das dürfen wir niemandem vorenthalten.
Ich habe mich schon als Kind nie vor Technik gescheut und hatte auch das Glück, dass mich mein Umfeld immer ermutigt hat, Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Fast nie habe ich Fragen wie „Kannst du das überhaupt?“ gehört. Das hat mich immer bestärkt, meine Interessen weiterzuverfolgen. Erst im Berufsleben habe ich zum ersten Mal bewusst wahrgenommen, welchen Einfluss Geschlechterrollen auf meinen Alltag und meine Karriere haben können.
Als kleines Mädchen wollte ich mein Fahrrad selbst reparieren. Mein Großvater war Handwerker und hat mir gezeigt, wie das geht. Er war eine wichtige Bezugsfigur für mich und hat nie infrage gestellt, ob solche Aufgaben für mich als Mädchen geeignet waren.
Schon in der Schule habe ich Mathe und Physik als Leistungsfächer gewählt und wollte auch Mathematik studieren. In der Studienberatung sagte man mir, dass ich damit zu einer Versicherung gehen könne. Das war so ziemlich das Uncoolste, was ich mir damals vorstellen konnte. Also studierte ich BWL und Physik, arbeitete danach kurzzeitig als Consultant und landete schließlich bei SAP, wo ich bis heute bin.
Über die Jahre hinweg war ich hier in verschiedenen Positionen und Bereichen in der Softwareentwicklung und im Management tätig – und dabei nicht selten die einzige oder eine von wenigen Frauen im Raum. Ich fing deswegen schon sehr früh an, mich für die Themen Vielfalt, Frauen- und Mädchenförderung einzusetzen. Bei SAP habe ich 2007 ein Frauennetzwerk mitgegründet und bin seit 2020 Global Head des „SAP Women In Tech“-Teams. Bis 2016 habe ich die Fachgruppe „Frauen und Informatik“ der Gesellschaft für Informatik geleitet, heute bin ich Präsidentin der gesamten Gesellschaft.
Bis heute macht es mir sowohl in meiner beruflichen, als auch in meiner ehrenamtlichen Funktion am meisten Spaß, mich mit unterschiedlichen Menschen aus der Informatik-Community auszutauschen, neue Themengebiete kennenzulernen und gegen gängige Vorurteile vorzugehen.
Ich glaube, als Informatikerin ist es wichtig, immer offen zu bleiben: Es kommt nicht selten vor, dass wir uns schnell auf neue Entwicklungen einstellen müssen.
Deswegen bin ich es gewohnt, meine eigenen Ideen und Herangehensweisen immer wieder zu hinterfragen und mir Einschätzungen von anderen einzuholen.
Ich würde ihnen raten, ihren eigenen Zugang zu finden: Was beschäftigt, begeistert oder bewegt mich? Und welche Skills brauche ich, um dieses Thema anzugehen? Die Antworten sind oft überraschender, als man denkt. Und nicht selten tun sich so ganz andere Wege in den MINT-Sektor auf.
Ihr müsst nicht unbedingt theoretische Informatik studieren, um als Informatiker*in zu gelten. Das habe ich ja auch nicht getan, und bin trotzdem Präsidentin der Gesellschaft für Informatik. Es gibt zum Beispiel viele spannende sogenannte Bindestrich-Fächer wie Medizin- oder Umwelt-Informatik – und auch viele andere Wege, um in die Tech-Branche einzusteigen und sie mitzugestalten.
Mehr Informationen
Gesellschaft für Informatik e. V. (Gi) | .Inf – Das Informatik-Magazin
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