*1968 | Frankreich 

Bereich: Naturwissenschaft 

Ph.D.-Abschluss (Mikrobiologie) 

Meine Arbeit: 

 

Geschäftsführende Direktorin der Max-Planck-Forschungsstelle für die Wissenschaft der Pathogene

Kurze Tätigkeitsbeschreibung:

 

Zu ihren Aufgaben gehören Verwaltungsaufgaben, Labor, Forschung und Personalkoordination, Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern, Organisation von wissenschaftlichen Veranstaltungen und Tagungen, Evaluierungen und Koordination mit anderen Instituten.

EMMANUELLE CHARPENTIER

"Ich sehe mich einfach als Wissenschaftlerin, und ich erwarte nicht, anders behandelt zu werden als ein männlicher Wissenschaftler.

Allerdings sind mir gerade in Deutschland die vielen Schwierigkeiten bewusst geworden, mit denen Frauen konfrontiert sein können, vor allem in verantwortungsvollen Positionen.

Meine Vision wäre wohl, dass alle erkennen, wie wichtig und notwendig geschlechtsspezifische Vielfalt ist, und dass der Fortschritt der Wissenschaft und unserer Gesellschaft neben anderen Qualifikationen vor allem auf der Qualität der Arbeit und den zwischenmenschlichen Fähigkeiten beruht. "

Ihre Vision für »Frauen in MINT«

Meine Vision ist, dass alle erkennen, wie wichtig und notwendig geschlechtsspezifische Vielfalt ist, und dass der Fortschritt der Wissenschaft und unserer Gesellschaft neben anderen Qualifikationen vor allem auf der Qualität der Arbeit und den zwischenmenschlichen Fähigkeiten beruht

Hatten Sie als Kind eine klare Vorstellung davon, wie Ihre Zukunft aussehen sollte? Wie hat sich das entwickelt? Ist Ihre Vorstellung eingetreten?

Als Kind liebte ich alle Wissenschaften (menschliche und Naturwissenschaften). Als Teenager wollte ich Detektivin werden (höchstwahrscheinlich wegen der Möglichkeit, Geheimnisse, Rätsel und Puzzles zu lösen, worum es in der Forschung geht), ich wollte Nonne werden (höchstwahrscheinlich wegen der langen Stunden der Einsamkeit und Konzentration, die Forschung bieten würde), und ich hatte auch das Ziel, die Welt von allen Krankheiten zu heilen (was mit der Entdeckung von CRISPR-Cas9 möglich ist, wenn auch nur für eine begrenzte Anzahl an Krankheiten)!

Mein Weg führte mich zur Mikrobiologie und später zum Nobelpreis für die Entdeckung von CRISPR, und ich habe das Gefühl, dass sich meine Vision, wenn auch nicht vollständig, so doch zumindest teilweise verwirklicht hat.

Meine Eltern hatten einen großen Einfluss auf mich. Sie waren sehr aktiv und engagiert in ihrem Beruf und in verschiedenen kreativen Aktivitäten. Sie waren auch in sozialen und anderen Bewegungen sehr aktiv.

Sie haben nie versucht, mich in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen und haben mir nie gesagt, dass ich etwas nicht tun kann. Mein Vater war Gärtner, zuständig für die Parks und Gärten einer Stadt und er liebte es mir Pflanzen und ihre Herkunft zu erklären und mir ihre lateinischen Namen beizubringen, was meine Kreativität und mein Interesse an Forschung und Natur weckte.

Meine Mutter war gelernte Näherin und Oberschwester in einer psychiatrischen Klinik, was meine Kreativität und mein Interesse an Forschung und Medizin weckte. Außerdem hatte ich als Kind klassischen Ballett- und Klavierunterricht und die endlosen Stunden des Übens und Einstudierens haben mich gut auf mein bisheriges Leben als Forscherin vorbereitet.

Als ich noch in der Grundschule war, sah ich, wie meine ältere Schwester an die Universität ging und leidenschaftlich über ihre Erfahrungen sprach. Das weckte in mir den Wunsch weiter zu studieren und mein Ziel war es so bald wie möglich an die Universität zu gehen. Seit ich 11 Jahre alt war hatte meiner Mutter gesagt, dass ich eines Tages am Pasteur-Institut in Paris arbeiten würde. Ich fühlte mich besonders vom Rationalismus der Naturwissenschaften, aber auch von den Geisteswissenschaften angezogen.

 

1986 trat ich in die Universität Pierre und Marie Curie in Paris ein, wo ich Biochemie, Mikrobiologie und Genetik studierte. Während meines Studiums absolvierte ich Sommerpraktika in verschiedenen biologischen Forschungslabors (CNRS, Industrie) und in einem Pariser Krankenhaus. Dank dieser Erfahrungen habe ich beschlossen, dass ich wirklich in einem Labor arbeiten möchte, und während meines ersten Masterstudiums habe ich ein großes Interesse an der Mikrobiologie entwickelt. Ich besuchte mehrere Labors am Institut Pasteur, um zu sehen, in welchem Bereich ich arbeiten könnte, und entschied mich für dasjenige, das sich mit der Antibiotikaresistenz von Bakterien befasste (die häufigen Staphylokokken-Infektionen, die ich in meiner Jugend hatte, mögen meine Entscheidung beeinflusst haben!).

Am besten gefällt mir an meiner jetzigen Tätigkeit, dass ich die Möglichkeit habe, mit jüngeren Studenten und Wissenschaftlern zu interagieren und ihren Enthusiasmus für die Grundlagenforschung zu erleben, in der Hoffnung, ihnen dabei zu helfen, eine Leidenschaft für diese zu entwickeln.

Neugier, Kreativität, der Wunsch zu lernen, sich weiterzuentwickeln und aufzusteigen, harte Arbeit, die Freude daran, allein, aber auch im Team zu arbeiten, Großzügigkeit, Entschlossenheit, Disziplin, Beharrlichkeit, Mut und Widerstandsfähigkeit.

Wenn Sie Wissenschaft studieren wollen, zögern Sie nicht! Die Ausbildung, die Sie an der Universität und in den Labors im Rahmen der Forschungsausbildung erhalten, wird Ihnen bei allen Tätigkeiten, für die Sie sich in der Zukunft entscheiden, sehr nützlich sein. Sei es direkt im wissenschaftlichen Bereich oder in wissenschaftsnahen Tätigkeiten.

 

Wenn Sie sich als Wissenschaftlerin in einer Phase Ihrer Laufbahn befinden, in der Sie eine führende Rolle spielen möchten, sollten Sie dies tun, ohne sich zu viele Fragen zu stellen. Wenn Sie engagiert, willig und fleißig sind, werden Ihnen immer Türen offenstehen.

Kontaktmöglichkeiten:

EXPERIMINTA