*1999 | Germany
Bereich: Technology
B.Eng. Wirtschaftsingenieurwesen – Elektromobilität,
M.Sc. Energy Science and Technology
Meine Arbeit:
SBB Cargo, strategisches Asset Management (Evaluation & Konzeptionierung einer Betriebserprobung von Batterie-Stromabnehmer-Rangierloks)
Kurze Tätigkeitsbeschreibung:
Datenanalyse, Messkampagnen, Technologieevaluationen, Erarbeitung von technischen Branchenstandards, Konzeptionierung von Test- und Anwendungsszenarien neuer Technologien, Machbarkeitsstudien, Techno-ökonomische Analysen
Ich hoffe auf eine Welt, in der Unternehmen und Institutionen nicht nur die technologische Überlegenheit und Innovationskraft durch Geschlechtervielfalt verstehen, sondern jegliche Form von Diversität aktiv fördern. Für mich ist klar, dass eine Repräsentanz der Vielfalt unserer Gesellschaft im MINT Bereich nicht nur gerechtere und inklusivere Arbeitsplätze schafft, sondern auch die Zusammenarbeit, das Wohlbefinden und unsere Herangehensweise an technische Herausforderungen grundlegend verändert.
Mein Wunsch ist es, dass wir eines Tages keine speziellen Initiativen mehr brauchen, um Frauen für MINT-Berufe zu begeistern, weil es zur Selbstverständlichkeit geworden ist, dass Menschen aller Geschlechtsidentitäten in diesen Bereichen vertreten sind.
Ja und nein. Als Kind hatte ich viele unterschiedliche Vorstellungen davon, wie meine Zukunft aussehen könnte, und diese änderten sich ständig. Heute weiß ich: Es waren (und sind) nicht konkrete Berufsbilder, die mich faszinieren, sondern vielmehr Wirkungsbereiche, in denen ich einen echten Impakt erzielen kann und die mit meinen Werten und Überzeugungen übereinstimmen, die für mich von Bedeutung sind – Bereiche, die Sinn stiften und positive Veränderungen bewirken.
Bereits in meiner Kindheit machte mir der Klimawandel große Sorgen. Ab der 9. oder 10. Klasse entwickelte ich den starken Wunsch, aktiv etwas gegen diese Herausforderungen zu unternehmen. Zu diesem Zeitpunkt begann ich ein Frühstudium in Politik, in der Hoffnung, später im politischen Bereich Einfluss auf entscheidende Fragen nehmen zu können.
Parallel dazu förderte mich eine Lehrerin stark in den Naturwissenschaften. Ihre beharrliche Unterstützung und die Teilnahme an einem MINT-EC-Camp führten zu einem Paradigmenwechsel in meiner Sichtweise. Dort erlebte ich den unmittelbaren Einfluss von Technologie und erkannte, dass ich auch auf diesem Weg einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten könnte.
Besonders prägend war ein Mädchen, das bereits mit großem technischem Interesse an dem Camp teilnahm. Sie war die erste Gleichaltrige in meinem Umfeld, die klar äußerte, dass sie nach dem Abitur eine technische Laufbahn einschlagen wolle. Ihre Entschlossenheit und Leidenschaft beeindruckten mich nachhaltig, vor allem die Selbstverständlichkeit, mit der sie dies sagte – ganz ohne die Einschränkungen typischer Rollenbilder.
Während des Camps fiel mir auf, dass es keinerlei Unterschiede in der Behandlung von Mädchen und Jungen gab. Diese Gleichbehandlung untereinander war überraschend, da Technik in meinem Freundeskreis oft als etwas „für Jungs“ galt.
Ein Aha-Moment: Vielleicht eine Karriere im technischen Umfeld? Why not!
Die einflussreichste Person auf meinem Weg zu einem technischen Studiengang war zweifellos meine Chemielehrerin in der 10. Klasse. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich die Naturwissenschaften, einschließlich Chemie, lediglich als notwendiges Übel für das Abitur betrachtet. Ihre Wahrnehmung meiner analytisch-mathematischen Fähigkeiten führte dazu, dass sie mich mit Beharrlichkeit ermutigte, an einer Vielzahl von MINT-Aktivitäten teilzunehmen. Besonders entscheidend war ihre Überzeugungskraft, als sie gemeinsam mit meinen Eltern darauf hinwirkte, dass ich an einem mehrtägigen naturwissenschaftlich-technischen Camp des Vereins MINT-EC teilnahm. Dieses und die weiteren Camps zeigten mir zunächst wie unmittelbar und greifbar Technik ist und öffneten mir die Augen für den Einfluss von Technologie auf den Klimawandel.
Meine Eltern trugen ebenfalls maßgeblich zu meiner Entwicklung bei – allerdings auf einer eher übergeordneten Ebene und indirekt. Von frühester Kindheit an ermutigten sie mich (und meinen Bruder), eigenverantwortliche Entscheidungen zu treffen und mit Optimismus neue, unbekannte Wege zu beschreiten. Ihr uneingeschränktes Vertrauen in meine Fähigkeiten schenkte mir das Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen, meinen individuellen Weg zu finden und zu verfolgen, ohne mich von vermeintlichen Einschränkungen oder Zweifeln leiten zu lassen.
Aus meinen Erfahrungen habe ich gelernt, wie prägend der Einfluss von Menschen in meinem unmittelbaren Umfeld auf meine Entscheidungen und meine Laufbahn war. Besonders in der sensiblen Entwicklungsphase meines Lebens nahm ich genau wahr, was mir von meinen Eltern, Lehrer*innen und anderen Vorbildern vorgelebt wurde. Ihre Ermutigung und Unterstützung waren entscheidend, um mein Selbstbewusstsein zu stärken und mir unkonventionelle Wege aufzuzeigen.
Mein Interesse an meinem Berufsfeld ist die Summe aus persönlichen Erfahrungen, inspirierenden Vorbildern und dem Streben nach sinnvollen Tätigkeiten. Obwohl ich nie einen konkreten Berufswunsch hatte, fesselte mich früh die Verbindung von Technik, Mensch und Umwelt. Der Schnittmengenbereich nachhaltige Energie und Mobilität zieht sich wie ein roter Faden durch meine Laufbahn:
Dies führte mich zu einem dualen Studium im Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Automotive-Elektromobilität, wo ich an Brennstoffzellentechnologien für schwere Lastkraftwagen mitwirkte – einem Schlüsselbereich zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen.
Mein Interesse vertiefte sich während meines Masterstudiums in Energy Science and Technology an der ETH Zürich. Parallel dazu arbeitete ich bei der Schweizerischen Bundesbahn (SBB) – zunächst im Praktikum, dann Teilzeit und schließlich an meiner Masterarbeit. Hier widme ich mich der Herausforderung, Diesellokomotiven durch emissionsfreie Batterielokomotiven zu ersetzen.
In meiner aktuellen Rolle tauche ich tief in die technischen Details ein, um spezifische Anforderungen und Lösungsansätze zu durchdringen. Doch ich bleibe nie nur im Detail stehen – regelmäßig gewinne ich auch Flughöhe, um das gesamte System kritisch zu reflektieren.
Diese Anforderung, zwischen Mikro- und Makroperspektiven zu wechseln, ermöglicht es mir, nicht nur „stupide“ technische Lösungen zu entwickeln, sondern auch strategisch weitsichtig zu denken und zu hinterfragen, ob bspw. unser Betrieb den zukünftigen Bedürfnissen unserer Kund*innen und den Anforderungen der Industrie gerecht wird.
Immer wieder stellt sich die Frage, auf welcher Flughöhe Veränderungen und Innovationen erforderlich sind und welche Abhängigkeiten sowie Konsequenzen damit verbunden sein könnten.
Was meine Arbeit besonders reizvoll macht, ist die spannende Kombination aus technischem Detailwissen und strategischer Weitsicht, die eine komplexe und dynamische Herausforderung schafft. Zudem weiß ich, dass wir mit unseren Lösungen als Vorreiter einen bedeutenden Beitrag zur Reduktion der weltweiten Treibhausgasemissionen leisten. Diese Gewissheit vermittelt mir ein starkes Gefühl von Selbstwirksamkeit – Tag für Tag.
Leidenschaft. Selbstvertrauen. Neugierde.
Mein technisches Verständnis begreife ich als wertvolles Werkzeug – eines, das mich befähigt, die Welt um mich herum aktiv zu gestalten. Technik ist für mich nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck. Die Entscheidung, wie und wofür dieses Werkzeug eingesetzt wird, liegt in meinen Händen.
Meine Leidenschaft treibt mich an. Sie entspringt meiner tiefen Überzeugung, dass Technik immer dem Wohl von Mensch und Natur dienen muss. Diese Überzeugung hat mich durch mein Studium getragen und mir geholfen, das große Ganze im Blick zu behalten – die Chance (und Verantwortung), Technik sinnvoll und nachhaltig einzusetzen.
Mein Selbstvertrauen erlaubt es mir, Technik mit Überzeugung anzuwenden. Ich weiß, dass ich mit meiner Kompetenz andere begeistern und überzeugen kann, weil ich sicher und klar in der Anwendung bin.
Meine Neugierde bewahrt mich davor, mich zu sehr auf eine Richtung zu versteifen. Sie ermöglicht mir, stets offen zu bleiben für neue Ideen und Ansätze, wodurch mein technisches Wissen vielseitig und breit gefächert bleibt. So verhindere ich, dass mein Werkzeug Technik zu einem eindimensionalen Instrument wird, und stelle sicher, dass es anpassungsfähig und zukunftsgerichtet bleibt.
Männer sind Frauen meist nur in einer Sache voraus: Ein gesundes Vertrauen in sich selbst und das eigene Können.
Bitte beachten Sie unsere aktuellen Hinweise.
Tel. 069 / 713 79 69-0
Das Telefon ist von Mo. – Fr. zwischen 10:00 Uhr und 12:00 Uhr besetzt.
Fax 069 / 713 79 69-190
info@experiminta.de
|
Uploaded
Failed
|
![]() |