* 2000 | Germany

Bereich: Technology

Bauzeichnerin | Zimmerin

Meine Arbeit:

 

Angestellte Zimmerergesellin • Miss Handwerk 2024

Kurze Tätigkeitsbeschreibung:

 

Dächer & Häuserrichten (Holzrahmenbauten), Holzfassaden, Dämmen, Terrassenüberdachungen, Terrassen, Gauben

© Stock Media

Lea Marie Heuer

"Ich wünsche mir vor allem, dass es irgendwann etwas völlig Normales ist, wenn Frauen in männerdominierten Berufen, wie MINT & Handwerksberufen arbeiten.

Frauen sollten nicht mehr länger belächelt & endlich ernst genommen werden, wenn sie diese Berufe ausüben.
Zudem sollte das Geschlecht kein Ausschusskriterium sein, um jemanden nicht einzustellen. Denn weder das Geschlecht noch die Herkunft oder Religion ist das was zählt. Wichtig ist, dass jemand Lust hat etwas zu erschaffen.

Ich hatte, bevor ich mich fest für meine Ausbildung zur Zimmerin entschieden hatte, noch einige Ängste. Mir hat es sehr geholfen über Social Media mit Zimmerinnen in Kontakt zu treten und diese zu Fragen, wie für sie die Arbeit als Frau auf dem Bau & als Zimmerin ist. Die positiven Rückmeldungen haben mich darin bestärkt die Ausbildung zu machen. "

Ihre Vision für »Frauen in MINT«

Mir hat es vor allem geholfen über Praktika meinen Weg zu finden. So konnte ich nämlich herausfinden was meine Stärken & was meine Schwächen sind, was ich an einem Beruf gerne & was ich nicht so gerne mag. Zudem hat es mir sehr geholfen Frauen, welche selbst schon als Zimmerinnen im Handwerk arbeiten, anzuschreiben. Diese hatten mir von ihren persönlichen Erfahrungen berichtet, so dass mir die Angst genommen wurde.
Hatten Sie als Kind eine klare Vorstellung davon, wie Ihre Zukunft aussehen sollte?

Als Kind hatte ich immer wieder neue Ideen von dem, was aus mir mal werden sollte. Prinzessin war ganz lange mein Favorit. Irgendwann würde daraus Floristin und dann Architektin. Deswegen hatte ich auch zuerst die Ausbildung zur Bauzeichnerin gemacht. Mein Plan war es nämlich danach Architektur zu studieren. Meine Vorstellungen von dem, was ich mal werden möchte haben sich oft geändert, aber was mir im Nachhinein aufgefallen ist, dass ich nie den Wunsch hatte einen Beruf zu erlernen, welchen man als typischen Männerberuf ansieht, wie z. B. im Handwerk als Zimmerin.

 

Ich wusste, dass es das Handwerk gibt und dass jeder im Handwerk eine Ausbildung absolvieren kann, jedoch hatte ich es trotz dessen nie richtig vor Augen, dass das Handwerk für mich als Frau eine richtige Option sein kann.

© Verlagsanstalt Handwerk GmbH / Monika Nonnenmacher

Meine Mama hat uns glücklicherweise immer freie Hand gelassen und gesagt: „Solange ihr von dem Job den ihr mal macht leben könnt, sollt ihr das machen, was euch glücklich macht.“ Wohingegen in der Schule, von den Seiten der Lehrer aus, immer darauf hingearbeitet wurde, dass so viele wie möglich ihr Abitur absolvieren und diese dann auch studieren gehen sollen. Das Studium wurde immer angepriesen und eine Ausbildung dementsprechend immer sehr runter gespielt. Deswegen war es auch immer mein Ziel noch studieren zu gehen, bis ich bemerkt habe, dass ich lieber im Handwerk arbeite. Handwerk und Studium schließen sich zwar nicht aus, aber für mich habe ich meine Leidenschaft im Handwerk und ganz ohne Studium gefunden.

Nach meinem Abitur habe ich eine Ausbildung zur Bauzeichnerin gemacht. Während dieser Ausbildung macht man Pflichtpraktika auf der Baustelle, wodurch ich gemerkt habe, wie viel Spaß es mir macht auf dem Bau zu arbeiten. Ich hatte zwar selber noch ein paar Ängste, u. a. ob ich dem Handwerk körperlich gewachsen bin, aber ich hatte mich fest dafür entschlossen die Ausbildung zur Zimmerin zu machen, so dass ich diese direkt nach meiner abgeschlossenen Bauzeichner-Lehre angeschlossen habe. Nun bin ich seit dem Sommer 2023 Zimmerergesellin und ich bin jeden Tag aufs Neue glücklich, mich getraut zu haben diesen Weg zu gehen.

© Stock Media

Ich liebe es draußen, an der frischen Luft mit meinen Kollegen zu arbeiten. Dieses Gefühl mit dem ganzen Körper dabei zu sein und etwas erschaffen zu können ist unglaublich. Am Ende des Tages sieht man was man geleistet hat und es erfühlt mich jedes Mal mit so viel Stolz, wenn ich vor einem fertigen Haus oder Dach stehe und sagen kann „Ja, das habe ich gebaut! Zusammen mit meinen Kolleg*innen haben wir etwas Riesiges erschaffen.“ Zudem wird es nie langweilig. Jede Baustelle ist anders und hat ihre eigenen Herausforderungen, wodurch nicht nur der Körper, sondern auch der Kopf mit angestrengt wird.

Auf meinem Weg hat mir vor allem mein Durchhaltevermögen geholfen, denn wenn ich etwas wirklich möchte, dann kämpfe ich dafür. Ich hatte nämlich ein paar Hürden, welche ich während meiner Ausbildung meistern musste, doch ich war fest entschlossen Zimmerin zu werden, so dass ich mich dadurch nicht lange aufhalten lassen habe. Zudem habe ich immer meine Familie und Freunde, welche hinter mir stehen und mich bei meinen Entscheidungen unterstützen.

Mir hat es vor allem geholfen über Praktika meinen Weg zu finden. So konnte ich nämlich herausfinden was meine Stärken & was meine Schwächen sind, was ich an einem Beruf gerne & was ich nicht so gerne mag. Zudem hat es mir sehr geholfen Frauen, welche selbst schon als Zimmerinnen im Handwerk arbeiten, anzuschreiben. Diese hatten mir von ihren persönlichen Erfahrungen berichtet, so dass mir die Angst genommen wurde.

© Dach und Holz

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