*1978 | Germany 

Bereich: Technology 

Steinmetz- und Bildhauermeisterin | geprüfte Restauratorin im Handwerk 

Meine Arbeit: 

Steinmetzin in der Dombauhütte Mainz

Kurze Tätigkeitsbeschreibung:

Fertigen von Werksteinen und Vierungen (Steinergänzungen) unterschiedlichster Art; Versetzen (Einbau) der gefertigten Teile; Fugenarbeit und Antragungen; Restauratorische Arbeiten, z.B. Rissverpressung zur Sicherung von Originalsubstanz, Dokumentation und Bestandsaufnahme.

© Bistum Mainz / Andrea Emmel

Jennifer Schrauth

"Das Wichtigste ist der Spaß und die Freude am Beruf, denn dann ist alles möglich! Versucht euch das niemals nehmen zu lassen, egal von wem oder was! "

Ihre Vision für »Frauen in MINT«

Meiner Meinung nach gibt es immer noch zu wenige Frauen in MINT-Berufen. Das liegt aber nicht an ihren Fähigkeiten, sondern an den Strukturen, die oft immer noch sehr männlich geprägt und auf Männer zugeschnitten sind. 

Meine Vision – und auch ein großer persönlicher Wunsch – ist, dass in der Zukunft gerade in diesem Bereich eine Entwicklung stattfindet, die es jungen Frauen erleichtert, sich für einen MINT-Beruf zu entscheiden. 

Für mich war sehr hilfreich, dass meine Familie immer hinter meiner Berufswahl gestanden und mich bei meinem beruflichen Werdegang unterstützt hat. Tatsächlich inspiriert hat mich die große Schwester einer Schulkollegin, die bereits in der Steinmetzausbildung war. Das mir imponiert und mich begeistert, da ich schon immer gerne handwerklich gearbeitet habe.

Hatten Sie als Kind eine klare Vorstellung davon, wie Ihre Zukunft aussehen sollte?

Ich habe als Kind keine genaue Vorstellung davon, was ich mal werden möchte. Bestimmt war der ein oder andere Berufswunsch mal da, wie bei jedem Kind, aber einen genauen Plan von meiner Zukunft gab es nicht. Das Einzige, was mir klar war: ich möchte auf keinen Fall so früh anfangen müssen zu arbeiten wie mein Vater, der immer schon um 7 Uhr das Haus verließ, wenn wir Kinder gerade aufgestanden waren. Und nicht mal diese Vorstellung ist eingetreten, da ich um 7 Uhr Arbeitsbeginn habe, und während der Ausbildung schon um 6:15 Uhr das Haus verlassen musste, da ich mit der Bahn gefahren bin.

Tatsächlich den größten Einfluss auf meine Entscheidung, den Beruf der Steinmetzin zu erlernen, hatte die große Schwester einer Schulkollegin. Sie war bereits in der Ausbildung, und die von ihr gefertigten Stücke haben mich fasziniert – das wollte ich auch können!

 

Den entscheidenden Schubs hat mein Vater mir dann gegeben. Er empfahl mir, mich doch mal in der Dombauhütte in Mainz zu bewerben, da man dort auch das Steinmetzhandwerk erlernen könne

 

Das Interesse an meinem Beruf ist, meiner Meinung nach, tatsächlich deshalb geweckt worden, weil es ein weibliches Vorbild gab. Das hat mir gezeigt, dass auch Frauen diesen Beruf erlernen können und letztendlich auch den Mut dazu gegeben. Wäre es der große Bruder der Schulkollegin gewesen, der Steinmetz gelernt hätte, wäre ich wahrscheinlich unbewusst in diesem Schubladendenken geblieben, dass es ein Männerberuf ist.

Ich habe das Privileg, an einer Bauhütte arbeiten zu dürfen. Dort ist es die Kombination aus Steinmetzhandwerk und Restaurierung, die meine Tätigkeit interessant und vielfältig macht. Die große Bandbreite an Aufgaben, die solch ein 1.000 Jahre altes Bauwerk bereithält, ist das, was mich erfüllt.

Zielstrebigkeit, Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und ein gesundes Selbstbewusstsein

Das Wichtigste sind der Spaß und die Freude am Beruf, denn dann ist alles möglich! Versucht euch das niemals nehmen zu lassen, egal von wem oder was!

Kontaktmöglichkeit und weitere Infos

Fachgruppe Restauratoren im Handwerk e. V.

EXPERIMINTA