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Bereich: Natural Sciecnes

Studium: Angewandte Naturwissenschaft | Promotion: Chemie

Meine Arbeit: 

Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Polymerforschung (Gruppe: Organische Bioelektronik)

Kurze Tätigkeitsbeschreibung:

Zu meinen Tätigkeiten gehört z.B. Doktoranden und Studenten zu betreuen und mit ihnen über ihre Forschungsthemen und Ergebnisse zu diskutieren, Forschungsprojekte zu entwickeln und Forschungsanträge zu schreiben, wissenschaftliche Veröffentlichungen zu verfassen, Administration, Gutachten schreiben, Vorträge und Tagungen, …

Uleikw Kraft

"Habe keine Angst vor falschen Entscheidungen. Man kann seinen Weg immer wieder in andere Bahnen lenken. Manchmal ergibt sich auch später die Möglichkeit zwei vermeintlich gegensätzliche Passionen zu verbinden."

Ihre Vision für »Frauen in MINT«

Ich finde weibliche Vorbilder wichtig, damit noch mehr Mädchen Berufswege im MINT-Bereich für sich in Erwägung ziehen.

Ich wünsche mir mehr Frauen in Führungs- und Leitungspositionen und mehr Sichtbarkeit von Frauen. Ich wünsche mir, dass „Frauen in MINT“ irgendwann kein besonderes Thema mehr sein muss und dass wir keine Frauenförderprogramme mehr brauchen werden.

 

Das Ziel ist, dass alle die gleichen Möglichkeiten haben, egal welches Geschlecht, soziale und ethnische Herkunft oder Aussehen. Wissenschaft und Forschung profitieren von einer inklusiven Umgebung, in der jede Stimme gehört und geschätzt wird und in der alle ihre Fähigkeiten voll entfalten können.

Meine Erfahrungen im MINT-Berufsleben:

In meiner Schule haben Lehrer uns noch gesagt, dass Mädchen „kein Mathe können und Naturwissenschaften für Jungen sind“. Ich hoffe doch sehr, dass dies heute nicht mehr passiert und dass jeder Schüler und jede Schülerin in den individuellen Schwächen und Stärken unterstützt wird unabhängig von Rollenstereotypen.  Ich finde weibliche Vorbilder wichtig, damit noch mehr Mädchen Berufswege im MINT-Bereich für sich in Erwägung ziehen.

 

Bei der Wahl der Uni hatte ich mich bewusst für eine Technische Universität mit 40 % weiblichen Studentinnen (und gegen die mit 5 %) entschieden. Trotzdem gab es während meines Studiums keine einzige Professorin an der naturwissenschaftlichen Fakultät an dieser Uni. Somit waren diese Kommilitoninnen auch meine weiblichen Vorbilder. Später sind andere Vorbilder dazu gekommen, die mir sichtbar gemacht haben, was Frauen in der Wissenschaft leisten können.

 

Ich wünsche mir mehr Frauen in Führungs- und Leitungspositionen und mehr Sichtbarkeit von Frauen. Daher finde ich Mentoring und Netzwerke zur Unterstützung und zum Austausch von Erfahrungen und Ratschlägen sehr hilfreich. Erst seit ungefähr 100 Jahren dürfen Frauen in Deutschland studieren. In vergleichsweise wenigen Jahren hat sich schon viel verändert und es wird weitergehen.

Ich war schon immer an Naturwissenschaften interessiert, aber eine klare Vorstellung hatte ich nicht. Es gibt so viele mögliche Wege und Möglichkeiten. Für das Studium der „Angewandten Naturwissenschaft“ habe ich mich entschieden, weil ich mich nicht zwischen Chemie und Physik entscheiden konnte und wollte. Der Weg in die und in der Wissenschaft ist auch manchmal kurvig und ich bin immer noch gespannt, wo er mich in Zukunft hinführt. 

Auf die Entscheidung Naturwissenschaften zu studieren hatten meine Lehrer großen Einfluss: einige, weil sie Interesse und Freude an den Fächern hervorgerufen haben, andere, weil ich Ihnen beweisen wollte, dass Mädchen/Frauen das auch können 🙂

 

Darüber hinaus hatten auch meine Eltern Einfluss. Mein Vater ist Elektrotechniker und hat an einer Fachhochschule gelehrt. Somit bin ich schon früh durch Labore gerannt und hatte einen leichten Zugang zu den Natur- und Ingenieurwissenschaften.

 

Im Studium hatte ich keine einzige Professorin. Die Professorinnen und Gruppenleiterinnen, die ich später kennengelernt habe, waren wichtige Vorbilder für mich und ein Zeichen, dass Frauen es auch in der Wissenschaft „schaffen“ können.

Chemie und Physik gehörten immer zu meinen Lieblingsfächern in der Schule. Dazu kamen der „Girls Day“ und ein Schulpraktikum im Fachbereich Chemie an der TU Braunschweig, bei dem die Doktoranden ihre Begeisterung für Chemie geteilt haben. 

 

Auf mein Forschungsfeld, die Organische Elektronik, bin ich gestoßen, als ich nach möglichen Themen für ein Pflichtpraktikum im Studium gesucht habe. Das Feld hat mich begeistert, weil es zwei meiner Lieblingsfächer im Studium (Organische Chemie und Halbleiterphysik) kombiniert hat.  

Der interdisziplinäre Charakter meiner Arbeit begeistert mich bis heute und in meinem Team ergänzen wir uns mit verschiedenen fachlichen Hintergründen (Chemie, Physik, Elektrotechnik, Ingenieurwissenschaften).  Darüber hinaus ist mein Umfeld sehr international und ich habe große Freude an interkulturellen Begegnungen. 

 

Ich kann Ideen in die Tat umsetzen. Es ist spannend zu sehen, wie die eigenen Ideen Form annehmen und aus einem Forschungsantrag auf Papier Forschungsergebnissen und Veröffentlichungen werden. Vor allem aber bereitet es mir große Freude mit jungen, talentierten Wissenschaftler*innen zu arbeiten und sie ein Stück auf ihrem Weg begleiten zu dürfen.

Der Durst immer Neues zu lernen und die Freude daran neue Dinge auszuprobieren.  Ausdauer, ein gewisser Dickkopf und etwas Abenteuerlust. 

Lass dich nicht davon abschrecken, dass noch keine Frau „sowas“ gemacht hat. Du kannst die erste sein und andere inspirieren! 

 

Habe keine Angst vor falschen Entscheidungen. Man kann seinen Weg immer wieder in andere Bahnen lenken. Manchmal ergibt sich auch später die Möglichkeit zwei vermeintlich gegensätzliche Passionen zu verbinden.

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